Vorsicht: Ruhemob!

17. Januar 2013

Kirchen und Gewerkschaften machen mobil für arbeitsfreien Sonntag

17. Januar 2013 / Hannover – Köln

Die ‚Allianz für den freien Sonntag' ruft auf, am Sonntag, dem 3. März 2013 mit Ruhemobs im ganzen Land einen Aktionstag für die Erhaltung des freien Sonntags durchzuführen. Der Bundespräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Johannes Stein, betont: "Wir wollen gemeinsam mit zahlreichen Kirchengemeinden durch unsere Aktionen an diesem Tag bundesweit ein deutliches Signal für den arbeitsfreien Sonntag in die Gesellschaft, die Politik und die Unternehmen aussenden."

„Der Sonntagsschutz wird immer mehr ausgehöhlt. Für einige Wirtschaftsvertreter bedeutet der freie Sonntag Maschinenstillstand und dadurch entgangene Gewinne“, stellt Peter Janowski, Bundesvorsitzender des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) fest. „Eine solche Haltung versteht den Menschen nur als Produktionsfaktor.“

"Nach dem Scheitern der EU-Arbeitszeitrichtlinie bleibt der freie Sonntag weiterhin unter Druck. Arbeitgeber und Wirtschaft wollen eine Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft und sind an menschenwürdigen Arbeitszeiten immer weniger interessiert", erklärte ver.di-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Um die spezielle Sonntagsallianz-Aktionsform ‚Ruhemob’ zu erläutern und Tipps für die Durchführung sowie die Einbindung in die kirchliche Liturgie zu geben, hat das Aktionsbündnis unter dem Titel 'Sonntag. Ein Geschenk des Himmels' eine kostenfreie Gottesdienst-Broschüre herausgegeben. Sie steht unter anderem auf der Webseite des KDA (www.kda-ekd.de), des KAB (www.kab.de) und der Sonntagsallianz (www. allianz-fuer-den-freien-sonntag.de) zum Download zur Verfügung.

Der 3. März wurde von der Allianz als Aktionstag gewählt, weil der damalige römische Kaiser Konstantin an jenem Tag vor nunmehr 1692 Jahren für das Römische Weltreich den Sonntag per Edikt als für alle Bürgerinnen und Bürger arbeitsfreien Tag verkünden ließ. Die Sonntagsschutzbewegung begeht jedes Jahr am 3. März den ‚Internationalen Tag des freien Sonntags’ und erinnert mit ihren Aktionen daran, dass der Sonntag ein Geschenk des Himmels ist.

Mittlerweile verliert die in Artikel 140 des deutschen Grundgesetzes noch verankerte Sonntagsruhe jedoch immer mehr ihre Verbindlichkeit: Während vor 20 Jahren in Deutschland noch 7,5 Millionen Erwerbstätige gelegentlich, regelmäßig oder ständig von Sonntagsarbeit betroffen waren, ist diese Zahl mittlerweile auf 11 Millionen gestiegen.

Die 2006 bundesweit gestartete Sonntagsallianz wird von der KAB, der Katholischen Betriebsseelsorge, dem KDA, dem Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) getragen sowie von zahlreichen weiteren Organisationen unterstützt. Die Aktionsbewegung ist mittlerweile in acht Bundesländern und 80 Regionen verankert.

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